Stromausgang vs. Spannungsausgang: Welches Signal passt zu deinem Sensor?

Bei der Auswahl eines Sensors für Industrieanwendungen stellt sich oft die Frage:
Soll der Sensor ein Stromsignal (z. B. 4–20 mA) oder ein Spannungssignal (z. B. 0–10 V oder 1–5 V) liefern?

Beides sind analoge Ausgangssignale, doch sie haben unterschiedliche Eigenschaften. Hier erklären wir dir einfach und übersichtlich, wann welches Signal besser geeignet ist.

Was ist ein Stromausgang?

Ein Sensor mit Stromausgang sendet ein elektrisches Signal in Milliampere (meist 4–20 mA), das den gemessenen Wert darstellt – z. B. Druck, Temperatur oder Durchfluss.

Diese Technik ist der Standard in der industriellen Messtechnik.

✅ Vorteile des Stromausgangs:

  • Lange Leitungswege möglich – das Signal bleibt stabil, auch bei langen Kabeln.

  • Unempfindlich gegen Störungen – ideal bei elektromagnetischen Einflüssen (z. B. Motoren).

  • Fehlererkennung möglich – 4 mA ist die „Null“, 0 mA deutet auf Kabelbruch oder Fehler hin.

  • Keine Probleme mit Spannungsabfall – Kabellänge beeinflusst das Signal kaum.

  • Industriestandard – wird von vielen SPS, Regel- und Überwachungssystemen unterstützt.

⚠️ Nachteile:

  • Höherer Energieverbrauch als bei Spannungssignalen.

  • Erfordert oft eine zusätzliche Stromversorgung (Loop-Power).

Was ist ein Spannungsausgang?

Ein Sensor mit Spannungsausgang gibt eine Spannung (z. B. 0–10 V oder 1–5 V) aus, die dem Messwert entspricht.

✅ Vorteile des Spannungsausgangs:

  • Einfache Verdrahtung – keine Stromschleife notwendig.

  • Geringer Stromverbrauch – energieeffizient.

  • Leicht zu messen – einfach mit einem normalen Multimeter prüfbar.

  • Gut für kurze Strecken – ideal, wenn Sensor und Steuerung nah beieinander sind.

⚠️ Nachteile:

  • Signalverlust bei langen Leitungen – durch Spannungsabfall.

  • Störanfällig – bei elektromagnetischen Feldern oder Maschinen.

  • Fehler schwer erkennbar – Leitungsbruch wird nicht automatisch bemerkt.

Vergleich auf einen Blick

Merkmal

Stromausgang (4–20 mA)

Spannungsausgang (0–10 V, 1–5 V)

Kabellänge

Sehr gut, lange Strecken möglich

Eher kurze Strecken empfohlen

Störsicherheit

Hoch, unempfindlich

Niedrig, anfällig für Störungen

Stromverbrauch

Höher

Geringer

Verdrahtung

Aufwendiger (mit Loop-Power)

Einfach

Fehlererkennung

Möglich (z. B. bei Kabelbruch)

Eingeschränkt

Kalibrierung

Mit Amperemeter

Einfach mit Multimeter

Industrielle Nutzung

Sehr weit verbreitet

Weniger bei langen Distanzen

Wann ist ein Stromausgang sinnvoll?

Nutze 4–20 mA, wenn:

  • das Signal über weite Strecken übertragen werden muss

  • starke Störungen durch Maschinen oder Leitungen möglich sind

  • eine zuverlässige Fehlererkennung wichtig ist

  • du mit SPS, SCADA oder industriellen Automatisierungssystemen arbeitest

Wann ist ein Spannungsausgang sinnvoll?

Nutze 0–10 V oder 1–5 V, wenn:

  • der Sensor in der Nähe des Empfängers ist

  • wenig Energie verbraucht werden soll

  • du in einer sauberen Umgebung arbeitest (Labor, Schaltschrank)

  • du eine einfache Integration brauchst

Noch unsicher?

Kein Problem – unser Technikteam hilft dir gerne weiter!
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