Die 2 besten Durchflussmesstechnologien für Abwasseranwendungen

Die Messung von Abwasserströmen ist ein entscheidender Faktor, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten, Klärprozesse effizient zu steuern und Anlagen langfristig funktionsfähig zu halten. Unter den zahlreichen verfügbaren Durchflussmessern haben sich zwei Technologien besonders für den Einsatz in der Abwassertechnik bewährt:

  • Elektromagnetische Durchflussmesser – optimal für geschlossene Rohrsysteme mit leitfähigen Medien

  • Ultraschall-Durchflussmesser – ideal für berührungslose Messung bei verschiedensten Rohrmaterialien

In diesem Artikel vergleichen wir beide Technologien hinsichtlich Funktionsweise, Vor- und Nachteilen sowie Einsatzmöglichkeiten – und geben Ihnen Hinweise zur Auswahl des passenden Durchflussmessers.

Was ist Abwasser und warum wird es gemessen?

Was versteht man unter Abwasser?
Abwasser – auch als Schmutzwasser bezeichnet – ist gebrauchtes Wasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie. Dazu zählen Wasser aus Duschen, Waschmaschinen, Küchenspülen oder Produktionsprozessen. Da es mit Verunreinigungen belastet ist, muss es gemessen und aufbereitet werden, bevor es wieder in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt.

Warum wird der Durchfluss von Abwasser gemessen?
Die Messung des Abwasserflusses ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Gesetzliche Vorgaben: Behörden verlangen Nachweise über Volumenströme und Belastung.

  • Umweltschutz: Abwässer dürfen nur in aufbereiteter Form in Gewässer eingeleitet werden.

  • Anlagensteuerung: Für die Auslegung und Optimierung von Kläranlagen sind präzise Messdaten unerlässlich.

Typischerweise werden Mindest-, Höchst- und Durchschnittswerte des Zuflusses (Influent) erfasst.

1. Elektromagnetischer Durchflussmesser (Magmeter)

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Funktionsweise

Ein Magnetfeld wird über stromdurchflossene Spulen erzeugt. Fließt ein leitfähiges Medium durch das Messrohr, wird eine Spannung induziert – proportional zur Fließgeschwindigkeit. Diese wird von Elektroden erfasst und in ein Durchfluss-Signal umgerechnet.

Vorteile

  • Hohe Messgenauigkeit – auch bei wechselnden Strömungen oder Feststoffen im Medium

  • Keine beweglichen Teile – reduziert Verschleiß, Druckverluste und Wartungskosten

  • Wartungsarm – robust gegenüber Verschmutzungen und mechanischem Abrieb

  • Breites Anwendungsspektrum – für Rohrdurchmesser von DN10 bis DN2000 erhältlich

  • Materialvielfalt – verschiedene Auskleidungen und Elektrodenmaterialien verfügbar

Nachteile

  • Leitfähigkeit erforderlich – das Medium muss elektrisch leitfähig sein (z. B. kein Öl, deionisiertes Wasser)

  • Höhere Anschaffungskosten – besonders bei großen Rohrdurchmessern

Einbau

Die Installation erfolgt über Flansche, Gewinde oder Klemmverbindungen. Eine vollständige Rohrfüllung und korrekte Erdung sind zwingend erforderlich.

2. Ultraschall-Durchflussmesser

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Funktionsweise

Ultraschall-Durchflussmesser arbeiten nach dem Laufzeitdifferenz- oder Doppler-Prinzip:

  • Laufzeitdifferenz: Zwei Sensoren senden Ultraschallsignale stromauf- und -abwärts. Die Zeitdifferenz wird zur Berechnung der Fließgeschwindigkeit genutzt.

  • Doppler: Frequenzverschiebungen durch Schwebstoffe oder Luftblasen im Medium werden gemessen.

Vorteile

  • Berührungslose Messung – kein Eingriff ins Rohrsystem, keine Unterbrechung des Prozesses

  • Universell einsetzbar – kompatibel mit Metall-, Kunststoff- oder Betonrohren (DN32–DN6000)

  • Für stark verschmutztes Abwasser geeignet – keine Beeinträchtigung durch Feststoffe oder Chemikalien

  • Keine Druckverluste – da keine Hindernisse im Rohr entstehen

  • Schnelle & einfache Installation – insbesondere bei Clamp-On-Modellen

Nachteile

  • Signalempfindlichkeit – Leitungsbeschaffenheit, Luftblasen oder starke Verschmutzung können die Messung stören

Einbau

Die gängigste Methode ist die Clamp-On-Installation: Zwei Sensoren werden mit Klemmen außen auf das Rohr montiert. Eine saubere Oberfläche und exakte Ausrichtung sind dabei entscheidend.

Welcher Durchflussmesser passt zu Ihrer Anwendung?

Die Auswahl hängt stark von den konkreten Anforderungen Ihrer Anlage ab. Wichtige Kriterien sind:

  • Medium und Leitfähigkeit

  • Rohrgröße und -material

  • Messgröße (Volumen- oder Massendurchfluss)

  • Druck, Temperatur und Durchflussbereich

  • Schnittstellen (z. B. Anzeige, 4–20 mA, HART, RS485, Modbus, Ethernet)

  • Montagebedingungen (Raumverhältnisse, Unterbrechungsmöglichkeiten)

Fazit: Zwei Technologien – unterschiedliche Stärken

TechnologieBesonders geeignet für…Einschränkungen
MagnetischGeschlossene Systeme mit leitfähigem AbwasserNicht geeignet für nichtleitende Medien
Ultraschall (Clamp-On)Rohrsysteme mit schwieriger ZugänglichkeitStörung durch Luftblasen/Verkrustungen

Beide Technologien bieten zuverlässige Lösungen für die Abwassermessung – jeweils mit eigenen Stärken. Die Wahl hängt von den spezifischen Anforderungen ab. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl des passenden Messprinzips.

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