7 Faktoren, die die Genauigkeit von Tauchsonden zur Füllstandsmessung beeinflussen

Tauchdrucksensoren – auch hydrostatische Füllstandsensoren genannt – kommen häufig in der Wasser- und Abwasseraufbereitung, bei industriellen Tanks, Brunnen und in der Umweltüberwachung zum Einsatz. Sie gelten als zuverlässig und unkompliziert, doch ihre Messgenauigkeit kann durch eine Vielzahl äußerer und systembedingter Faktoren beeinträchtigt werden.

In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Tauchsonden – und wie man diese durch Auswahl, Installation und Wartung gezielt minimieren kann.

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1. Medieneigenschaften (Dichte und spezifisches Gewicht)

Tauchsonden messen den hydrostatischen Druck, der durch die Flüssigkeitssäule entsteht. Die grundlegende Formel lautet:

P=ρ⋅g⋅h

Wobei:

  • P = Druck

  • ρ = Dichte der Flüssigkeit

  • g = Erdbeschleunigung

  • h = Höhe der Flüssigkeitssäule

Da der Sensor den Druck misst und daraus den Füllstand basierend auf einer angenommenen Dichte berechnet, führen Dichteabweichungen zu Messfehlern.

Beispiel: Ein Sensor, der auf Süßwasser (ρ ≈ 1000 kg/m³) kalibriert ist, zeigt in Salzwasser (ρ ≈ 1025 kg/m³) einen zu hohen Füllstand an.

Lösungsansatz:

  • Sensoren mit konfigurierbarer Dichtekompensation verwenden

  • Die Kalibrierung an die tatsächliche Flüssigkeit anpassen

2. Temperatureinflüsse

Temperatur beeinflusst sowohl die Eigenschaften der Flüssigkeit (z. B. Dichte und Viskosität) als auch die elektronischen Komponenten des Sensors.

  • Elektronik und Dehnungsmessstreifen können temperaturabhängige Driften aufweisen

  • Kabel- und Membranmaterialien dehnen sich aus oder ziehen sich zusammen

  • Temperaturgradienten im Medium können verfälschte Messwerte verursachen

Lösungsansatz:

  • Sensoren mit Temperaturkompensation einsetzen

  • Sensoren an thermisch stabilen Stellen installieren oder gegen Temperaturschwankungen abschirmen

3. Schwankungen des Luftdrucks

Tauchsonden messen entweder absoluten oder relativen Druck. Bei nicht belüfteten Sensoren (absolut) können Veränderungen des Luftdrucks als Füllstandsschwankungen fehlinterpretiert werden.

  • Relativdrucksensoren besitzen eine Belüftungsöffnung zur Druckkompensation

  • Absolutsensoren benötigen einen separaten Barometersensor zur Korrektur

Lösungsansatz:

  • Bei offenen Behältern oder Brunnen belüftete Sensoren verwenden

  • Sicherstellen, dass die Belüftungsleitung trocken und frei von Verstopfungen ist

  • Bei geschlossenen Systemen eine barometrische Kompensation einplanen

4. Einbauposition und Installationsbedingungen

Eine falsche Positionierung des Sensors kann zu erheblichen Messfehlern führen:

  • Der Sensor muss vollständig eingetaucht und senkrecht positioniert sein

  • Turbulenzen, Lufteinschlüsse oder Ablagerungen können die Messung stören

  • Zugbelastungen am Kabel wirken sich langfristig auf das Messergebnis aus

Lösungsansatz:

  • Beruhigungsrohre (Staurohre) oder Halterungen verwenden

  • Kabelentlastung einbauen und den Sensor fern von Einläufen oder Rührwerken positionieren

5. Elektrische Störungen und Erdung

Da Tauchsonden meist schwache analoge Signale (z. B. 4–20 mA oder 0–10 V) übertragen, sind sie anfällig für:

  • Erdungsschleifen

  • elektrische Störungen durch Pumpen, Frequenzumrichter oder Stromleitungen

  • Blitzeinschläge bei Außeninstallationen

Lösungsansatz:

  • geschirmte Kabel, saubere Erdung und Überspannungsschutz verwenden

  • Signalleitungen nicht parallel zu Starkstromleitungen verlegen

6. Sensorqualität und Kalibrierung

Nicht jeder Sensor hält, was er verspricht:

  • Günstige Modelle verwenden oft einfache Membranen, ungenaue Elektronik oder weisen Driftprobleme auf

  • Werkseitige Kalibrierung passt nicht immer zu den realen Einsatzbedingungen

Lösungsansatz:

  • Sensoren von qualitätsbewussten Herstellern wählen

  • Kalibrierzertifikate (z. B. nach ISO oder NIST) anfordern

  • Sensoren regelmäßig prüfen und ggf. nachkalibrieren

7. Langzeitstabilität und Verschmutzung

Im Langzeiteinsatz können Tauchsonden unter folgenden Problemen leiden:

  • Verstopfung der Membran (z. B. bei Schlamm, Sand, oder Ablagerungen)

  • Biofouling (z. B. Algenbewuchs)

  • Alterungsbedingte Drift der Messelektronik

Lösungsansatz:

  • Sensoren mit planer Membran oder antihaftbeschichteter Oberfläche einsetzen

  • regelmäßige Reinigung oder automatische Spülfunktion vorsehen

  • Sensoren mit dokumentierter Langzeitstabilität (z. B. ≤ ±0,1 % FS/Jahr) bevorzugen

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Fazit

Die Genauigkeit von Tauchdrucksensoren hängt maßgeblich von anwendungsbezogenen Einflussfaktoren und der Sensorqualität ab. Wer zuverlässige Messergebnisse benötigt, sollte auf folgende Aspekte achten:

  • Mediumeigenschaften (Dichte, Temperatur, Verschmutzung)

  • Einbaubedingungen und elektrische Umgebung

  • Sensorqualität, Belüftung, Kalibrierung und Pflegeaufwand

Mit dem richtigen Know-how und der passenden Technik liefern Tauchsonden auch in anspruchsvollen Anwendungen präzise und langlebige Ergebnisse.

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